Interview #1 – Cayson Bendix

Hallo! Heute gibt es etwas Neues für Dich! Das erste Interview auf wilschreiben.com!

Cayson Bendix (links), Cooler Hund (rechts)

Ich hatte die Chance den Buchautor Cayson Bendix über viele verschiedene Sachen auszufragen, aber erstmal zu ihm:

Cayson kommt aus Langenzersdorf, einem kleinem beschaulichem Örtchen in Österreich, ungefähr 16 Kilometer von der europäischen Kulturhauptstadt Wien entfernt. Laut eigener Aussage hatte er sich im Laufe seiner Kindheit immer mehr in Bücher verliebt, doch wie er zu dem Autor der Von Sternenschein und Weltenglanz – Trilogie geworden ist, wie er schreibt und was er für eine Person ist, kannst Du jetzt direkt von ihm erfahren!

Wir fangen mit den Basics an. Wann hast Du zum ersten Mal erkannt, dass Du ein Schriftsteller werden möchtest?

Meine Liebe zu Büchern ganz allgemein hat sich bereits in Kindheitsjahren gezeigt. Schon als Zehnjähriger habe ich mich unheimlich gerne in meine Lese- und Kuschelecke zurückgezogen, um dort Stunden damit zu verbringen, Bücher zu verschlingen.

Am liebsten solche über vier richtig lässige, nerdige und intelligente Kinder, die knifflige Kriminalfälle lösen mussten.
Du weißt, von wem ich spreche.
Wer sonst außer der Knickerbocker-Bande könnte gemeint sein?! Achtung, Werbung wegen Markennennung 😉
Ich habe diese Vier GELIEBT! Um nicht zu sagen VERGÖTTERT!

Bis mir auf einmal die zündende Idee kam: Das kann ich auch!
Also, jetzt nicht böse Jungs verfolgen und Kriminalfälle lösen. 

Da war ich als Kind definitiv zu unsportlich dafür! 

Nein, ich habe mich hingesetzt und angefangen zu schreiben:
Eine Story über einen Zehnjährigen (wie originell …), der dunkle Machenschaften in einem Chemielabor rund um einen zwielichtigen, fiesen Professor aufdeckt. Ein Roboter kam auch darin vor – warum auch immer …

Und kaum war ich mit meiner Geschichte fertig, fand sich auch schon die erste, begeisterte Leserin. Meine Mutter.
Die natürlich der fixen Überzeugung war, dass der nächste Bestseller-Autor vor ihr stand. Und mir half, meine Geschichte bei einem kleinen Verlag im Nachbarort einzureichen. Keine besonders gute Idee.

Das Manuskript ging drei Mal zwischen dem Lektor und mir hin und her – der Zahlschein für das Korrekturlesen und Einarbeiten seiner Vorschläge lag natürlich immer bei. Ich weiß leider nicht mehr so genau, wie viel er für jede einzelne Überarbeitung verrechnet hat; ich kann mich nur noch daran erinnern, dass meiner Mutter irgendwann einmal der Kragen geplatzt ist und sie den guten Mann am Telefon als „Abzocker“ und „impertinente Person, die sich auf Kosten eines Kindes bereichern will“ bezeichnet hat.

Damit endete meine schriftstellerische Karriere, kaum dass sie begonnen hatte. Der gute Lektor hatte meine Träume zerstört … Gut, zerstört wäre ein wenig übertrieben, aber ein wenig ausgebremst hat er mich dann doch 😉 

Und was wolltest Du als Kind werden, wenn Du erwachsen bist?

Eine sehr lange Zeit wollte ich Lehrer oder Arzt werden, danach Schauspieler. Heute bin ich für die gesamte Organisationsentwicklung eines länderübergreifenden Unternehmenskonstruktes zuständig – etwas völlig anderes, aber auch sehr spannend.

Ein Buch zu schreiben ist keine einfache Angelegenheit, dass wissen ich und meine Leser natürlich. In meinem Fall bin ich sogar gerade noch dabei, da stellt sich mir eine einfache Frage: Wie sieht dein Arbeitsplan aus, wenn Du schreibst?

Für meine Urban Fantasy-Buchreihe „Von Sternenschein und Weltenglanz“ habe ich mir im Vorfeld einen sehr konkreten Plot zurechtgelegt, um alle Stränge während des Schreibens im Auge behalten zu können. Bei diesem Projekt agiere ich daher sehr stark als Outliner. 

Mein parallel laufendes Gay Romance-Buchprojekt mit dem Arbeitstitel „Bucket List“ habe ich eher etwas planlos begonnen – hier lasse ich die Charaktere die Story stark mitgestalten. Daher sehe ich mich beim Schreiben dieses Buches eher als Discovery Writer. 

Grundsätzlich sieht mein Arbeitsplan vor, dass ich zumindest 3 x die Woche jeweils mindestens 500 Wörter schreibe, um bei meinen Projekten voran zu kommen. 

Wie lange brauchst Du nach Plan, um ein Buch zu schreiben?

Mit allem, was dazu gehört (Korrektorat, Lektorat, Cover-Design etc.): zirka ein Jahr.

Woher bekommst Du Informationen oder Ideen für deine Bücher?

Die Ideen für neue Geschichten schießen bei mir meistens nachts ein. Mittlerweile greife ich, wenn mich die Muse küsst, ganz schnell zum Handy, um die Gedanken festzuhalten (früher habe ich mich umgedreht und weitergeschlafen – und am nächsten Morgen alles vergessen gehabt …) 🙂 

Und die Informationen, die ich für meine Bücher benötige? Nun, ganz unspektakulär über die Google-Suche. 🙂 

Kommen wir zum letzten Schritt eines Buches. Wie veröffentlichst Du Deine Bücher?

Bislang habe ich die Bände 1 bis 3 meiner Urban Fantasy-Buchreihe „Von Sternenschein und Weltenglanz“ auf Amazon (Taschenbuch und eBook für den Kindle) und via Books on Demand (eBook im EPUB-Format) veröffentlicht, wodurch sie in allen eBook-Stores der Tolino-Allianz (z.B. bei Thalia) erhältlich sind. 

Mit meinem Gay Romance-Buchprojekt „Bucket List“ möchte ich nach Fertigstellung gerne auf Verlagssuche gehen. 

Wir haben uns jetzt mit Deinem generellen Prozess beschäftigt, doch jetzt geht es um das (meiner Meinung nach) interessanteste: Dich! Was würdest Du sagen, ist Dein interessantester Schreib-Tick?

Ich weiß nicht, ob man es als Tick bezeichnen kann (manche würden dafür vermutlich eher Alkoholiker zu mir sagen), aber ich nippe während des Schreibens gerne an einem Glas Weißwein. 

Alkohol kann ja die Kreativität aufwärmen, aber es gehört ja mehr als eine Idee dazu. Wie man schreibt, ist natürlich auch extrem wichtig. Es gibt da verschiedenste Wege, wie etwa die Drei-Akt-Struktur, über die ich schonmal hier geschrieben habe. Benutzt Du besondere Schreibtechniken – und wenn ja, welche?

Ich habe das Werkzeug der Heldenreise für meine Buchreihe „Von Sternenschein und Weltenglanz“ genutzt, um die gesamte, das heißt die über mehrere Bände verteilte Reise meiner Heldin Alexandra zu plotten. Die einzelnen Bände habe ich im Anschluss mit der Drei-Akte-Struktur designt. 

Parallel dazu nutze ich Charakterbögen, um die Darsteller meiner Geschichte, ihre Stärken und Schwächen, Ziele, Wünsche und Motive sowie ihre Background-Story besser kennenzulernen. 

Auch mit viel Überlegung am Anfang ist ein Buch schreiben ein schweres Unterfangen: Hattest Du beim Schreiben deines ersten Buches Zweifel?

Interessanterweise hatte ich beim Schreiben selbst keine Zweifel und habe sie auch heute noch nicht. Ich bin stolz auf die Idee, die ich hatte, und auf die Storyline, die ich entworfen habe. Dass jedem Leser bzw. jeder Leserin mein Stil oder die Geschichte an sich gefällt, ist ohnehin unrealistisch – daher zweifle ich weder an Band 1 noch an den Folgebänden von „Von Sternenschein und Weltenglanz“. 

Deine Einstellung ist sehr beruhigend! Vor allem für angehende Autoren! Aber Du bist ja nicht nur ein Schreiberling. Was machst Du gerne, wenn Du nicht schreibst?

Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie sowie mit lieben Freunden, da mir dies Kraft für den Alltag gibt. Ebenso liebe ich es, mit meinen zwei Zwergdackeln Chili und Pepper in der Natur unterwegs zu sein. Wenn mir Zeit bleibt, drehe ich auch gerne lautstark Musik auf und hüpfe dabei wie ein Wahnsinniger durch die Wohnung.  

Wir gehen noch mal schnell auf die persönliche Ebene zurück: Beziehungen. Was hält deine Familie von Deinem Schreiben?

Meine Familie unterstützt mich bei diesem Hobby und findet es toll, dass ich regelmäßig Bücher veröffentliche. Meine Mutter ist dahingehend vermutlich mein größter Fan und macht in ihrem Bekannten- und Freundeskreis regelmäßig Werbung für mich und meine Werke. 

Unterstützung ist bei so etwas natürlich wunderbar. Genauso wunderbar, wie die Sachen, die man beim Schreiben eines Buches lernt! (Von WillSchreiben – Meister/in der Überleitungen) Was war eines der überraschendsten Dinge, die Du bei Erstellung deiner Bücher gelernt hast?

Dass es so viele Möglichkeiten des Selfpublishings gibt, die ein Hobby-Autor wie ich nutzen kann, um seine Bücher auf dem Markt zu platzieren. 

Passend dazu, das Werk aus dem Du am meisten mitgenommen hast: Dein Lieblingsbuch?

Ich bin ein riesiger Fan von „Gut gegen Nordwind“ sowie dem Nachfolgeroman „Alle sieben Wellen“ von Daniel Glattauer. 

Hast Du Vorschläge, wie ich oder meine Leser bessere Schriftsteller werden kann? Wenn ja, welche? Wir sind neugierig!

Ich denke, die beiden besten Tipps sind: 

Regelmäßig schreiben, denn Übung macht nun mal den Meister. Und viel lesen, um zu lernen, was andere richtig gut machen. 

Hörst Du viel von Deinen Lesern? Was für Dinge sagen sie?

Bislang habe ich etliche, positive Rückmeldungen von meinen Lesern bekommen, was mich natürlich sehr freut und anspornt, weiterzumachen. 

„Von Sternenschein und Weltenglanz“ finden bis jetzt alle sehr spannend – eines meiner Lieblingsfeedbacks ist: „Es zieht dich in den Bann! Fesselnd vom Anfang bis zum Schluss!“

Die bisher veröffentlichten Textschnipseln von „Bucket List“ scheinen auch ziemlich gut anzukommen. Am meisten hat mich die Rückmeldung einer Leserin gefreut, die meinte, dass sie sich jetzt schon auf die Veröffentlichung dieser Gay Romance-Story freut. 

Die Meinung deiner Leser ist natürlich wichtig – aber eigentlich geht es heute um Dich. Was macht Deiner Meinung nach eine gute Geschichte aus?

Ein gut durchdachter Plot, ein attraktives Ziel, das der Protagonist erreichen möchte (und das der Leser auch nachvollziehen kann), fast unüberwindbare Hürden, die nur unter größter Anstrengung zu bewältigen sind, sowie greifbare, interessante Charaktere. 

Was würdest Du neuen Autoren mit auf den Weg geben und warum?

Sich nicht der Vorstellung hinzugeben, dass die Welt nur auf ihre literarischen Ergüsse gewartet hat. Tatsache ist, dass täglich zig Bücher auf den Markt kommen und das eigene Werk nur eines von vielen ist, das vermutlich in der Masse untergehen wird. Ich denke, es ist wichtig, nicht von Beginn an zu viel zu erwarten – manchmal zeigen sich die Erfolge erst nach und nach. 

Jetzt eine Sache auf die ich in meiner Recherche gestoßen bin. Ich bin auf deine Sucht gestoßen. Aber keine Sorge: Kein Heroin, Kokain oder andere Sachen, die auf -in enden. Willst Du etwas über deine Mondsucht erzählen?

Meine Mondsucht trat zum ersten Mal im Laufe des Jahres 2016 auf. 

Kaum war dieses silbern-glänzende Ding am Nachthimmel dabei, zuzunehmen, merkte ich, wie ich begann, unruhig zu werden. In Vollmond-Nächten wurde es immer ganz besonders schlimm. Nicht so schlimm, dass ich jetzt zum Werwolf mutiert wäre und „la luna“ angeheult hätte; aber doch so viel, dass ich aufstehen und irgendetwas tun musste, um mich abzulenken. Man muss dazu sagen, dass ich nichts mehr hasse als schlaflos im Bett zu liegen und aus dem Fenster zu starren – das ist gefühlt vergeudete Lebenszeit.

Doch meine Insomnie hatte in diesem Fall auch etwas Gutes an sich, denn eines Nachts, als ich wieder einmal in meiner Wohnung herumgegeistert war, fiel mir plötzlich ein Buch aus meiner Jugend in die Hand und als hätte die Muse mich geküsst, erinnerte ich mich zurück an meinen Kindheitstraum, Geschichten zu schreiben.

Und als wäre die Muse in dieser Nacht besonders gut aufgelegt gewesen, hatte ich auch sofort eine Vorstellung davon, in welche Richtung eine mögliche Story gehen konnte. Der Mond würde dabei eine zentrale Rolle spielen – klar. Und er sollte das Leben einer jungen Frau von einem Tag auf den anderen umkrempeln.

Zugegeben, eine sehr vage Vorstellung, doch mein Leben hatte wieder einen Sinn!
Nie wieder wertvolle Lebenszeit in schlaflosen Nächten verlieren!

Ich setzte mich also hin und begann zu recherchieren. Verschlang alles, was mit Mondzyklen, Mondfinsternissen, Supermonden, Blutmonden und Tetraden zu tun hatte.
Und begann, eine Idee zu entwickeln, in welcher Form und zu welcher Zeit der Mond Einfluss auf das Leben meiner zukünftigen Protagonistin haben könnte. Doch ich war noch unzufrieden mit der Vorstellung, dass es einfach nur „der Mond“ sein würde, der sie im Griff haben würde. Also verbrachte ich Nächte damit, darüber zu lesen, was andere Kulturen über dieses Himmelsgestirn schrieben. Bis ich schließlich bei der chinesischen Mythologie hängenblieb und wusste: diese Legenden waren wie geschaffen, mit dem Leben meiner Hauptdarstellerin verwoben zu werden.

Ich las mich in die Welt der chinesischen Gottheiten ein, lernte alles über Cháng’é, Xi Hou, Pangu und wie sie nicht noch alle heißen und begann, mir nebenbei Schreibratgeber zu Gemüte zu führen.
Und irgendwann startete ich damit, alle Informationen und Ideen zu einer Geschichte zusammenzutragen und in eine Struktur zu gießen. Malte mir Zusammenhänge auf, definierte die zeitliche Abfolge der Geschichte, entwickelte die Haupt-Charaktere. Ich fing damit an, meine zukünftige Story „Von Sternenschein und Weltenglanz“ zu plotten.  

Jetzt kommt es zur wichtigsten, krönenden Frage auf willschreiben.com! Trommelwirbel Bitte!: Willst Du schreiben?

Auch wenn es manchmal ein Hobby ist, das einen in gewisser Weise einsam machen kann: Ja 😊

Vielen Dank, dass ich deine Interviewfragen beantworten durfte! 😊 

Vielen Dank für dein Interview Cayson! Ich hatte viel Spaß, etwas Neues zu probieren!

Du kannst Cayson auf Instagram, Facebook oder seiner eigenen Seite erreichen. Schau mal bei ihm vorbei!

Vielen Dank, dass Du heute wieder dabei warst!

WillSchreiben

2 Gedanken zu „Interview #1 – Cayson Bendix“

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