Kreatives Schreiben #10 – Wie schreibt man einen unvergesslichen Charakter? (3)

Hallo! Willkommen zurück! Letztes Mal ging es darum, wie dein Charakter von außen wahrgenommen wird. Heute geht es um die inneren Werte.

Schritt 2: In den Kopf Deiner Figur eindringen

Der nächste Schritt, nachdem wir jeden Charakter und seine Rolle in der Handlung identifiziert haben, so aggressiv er auch klingt, ist es, Deinen Charakter wirklich von innen und außen kennenzulernen. Du wirst Dir zwar die körperliche Erscheinung und wichtigsten Persönlichkeitsmerkmale notiert haben, aber es kann hilfreich sein, noch tiefer zu graben.

Die Verwendung von Fragen zur Charakterentwicklung kann sehr hilfreich sein, um die Macken Deines Charakters – und dessen Hauptmotivation – zu verstehen. Auch wenn Du nicht alle Details in Deiner Geschichte verwenden willst (und das solltest Du auch wahrscheinlich nicht!) – ist trotzdem eine lohnende Übung.

Die Beantwortung von Fragen zu Deinem Charakter gibt Dir als Autor ein vollständiges Bild der Person und der beeinflussenden Elemente der Geschichte. Zu wissen, wie Dein Charakter z.B. im Fall von Wut reagieren könnte, wird Dir einen Ausgangspunkt geben, wenn Du bereit bist, die großen Szenen des aufkommenden Konflikts zu schreiben.+

Es geht nicht nur darum, wer Dein Charakter am Anfang ist – sondern, wer er wird

Da es bei der Entwicklung der Charaktere extrem wichtig ist, wie sie sich vom Anfang der Geschichte bis zum Ende entwickeln und verändern, kann es einen großen Unterschied machen, wie gut man das seinen Lesern vermitteln kann.

Nehmen wir zum Beispiel an, man hat eine Idee für eine Hauptfigur namens Jana, die eine eher schüchterne Frau mittleren Alters ist, die das Leben fast schon aufgegeben hat. Nachdem sie von ihrem letzten Job gefeuert wurde, sucht sie verzweifelt nach jeder Art von Arbeit und nimmt deshalb einen Job als Kantinenangestellte an einer harten Innenstadtschule an.

Die Entwicklung kann auf verschiedene Weise geschehen, je nachdem, welche Geschichte man erzählen möchte. Vielleicht wird Jana in der Geschichte gezwungen, ein wichtiges Thema im Namen der Schülerinnen und Schüler anzusprechen. Als Autor könntest Du dann den Lesern zeigen, wie sie sich von der Schüchternheit und Depression wegen etwas verwandelt, das sie mit Leidenschaft angeht und ihr Selbstvertrauen aufbaut.

Oder Du könntest dafür sorgen, dass sich Jana in die Direktorin verliebt und lernen muss, an sich selbst genug zu glauben, um ein Gespräch zu beginnen, das zu diesem ersten Date führt. Oder, vielleicht findet Jana heraus, dass die Schule plant, die Schüler während des Mittagessens am nächsten Dienstag zu vergiften und nur sie kann alle retten. Lass Deiner Fantasie freien Lauf!

Was auch immer die Handlung sein mag, wichtig ist, dass Deine Figur Veränderungen in ihrer Persönlichkeit und ihrem Verhalten durchmacht – auf eine realistische und glaubwürdige Art und Weise.

Wenn Du die kleinen Details über Jana verstehst und warum sie so ist, wie sie ist und wie ihr innerer Geist funktioniert, wirst Du besser darauf vorbereitet sein, darüber zu schreiben, wie sie sich auf eine Weise verändert, die Deine Leser verstehen und mit der sie sich identifizieren können.

Deine Charaktere sind lebendige Figuren. Und wenn man etwas erlebt, dann verändert man sich, auch gegen den eigenen Willen. Denke daran, Erleben ist Verändern.

Danke, dass Du dabei bist!

WillSchreiben

Nächste Woche gibt es den nächsten Post zu dieser Reihe!

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