Kreatives Schreiben #9 – Wie entwickelt man einen unvergesslichen Charakter? (2)

Hallo! Willkommen zurück! Heute geht es um den ersten Schritt in Richtung eines guten Charakters.

Schritt 1: Identifiziere Deine Charaktere & Ihre Rollen in der Geschichte

Der erste Schritt mag offensichtlich sein, aber ein wesentlicher! Du musst wissen, wer die Hauptpersonen in Deinem Buch sein werden. Es ist wichtig, nicht nur zu erkennen, wer sie sind – sondern auch, welche Rolle sie in dem Buch spielen.

Wenn Du zum Beispiel eine Geschichte schreibst, die Peter Rabbit ähnelt, würdest Du als Erstes ein Kaninchen namens Peter identifizieren. Du könntest sogar einige grundlegende Persönlichkeitsmerkmale in Betrachtung ziehen, wie z.B., dass er ein Unruhestifter ist oder nicht sehr gut auf Anweisungen hört.

Es ist jedoch wichtig, dass Du auch die Rolle(n) des Charakters in der Geschichte erkennst. Peter ist ein Hauptcharakter, aber man muss sich überlegen, welche Rolle er in der gesamten Geschichte spielt.

In der Geschichte ist Peter ein junges Häschen. Er ist der Sohn der Hasenmutter und der Bruder seiner Schwestern Flopsy, Mopsy und Cotton-tail. Das trägt zur gesamten Charakterentwicklung von Peter bei, denn wenn er in der Geschichte ein erwachsenes Kaninchen wäre, ohne eine Mutter, die sich um ihn sorgt oder seine „perfekten“ Schwestern, mit denen er sich vergleichen und kontrastieren kann, würde viel von dem Konflikt in der Geschichte verschwinden.

Selbst kleine abwesende Charaktere können wichtige Rollen spielen. In der Fortsetzung der Geschichte von Peter Kaninchen wurde Peters Vater in Eintopf verwandelt, nachdem er im Garten des Bauern gefangen wurde. Das „erhöht den Einsatz“, das Risiko, warum es eine schlechte Idee ist, sich überhaupt in den Garten zu schleichen!

Wir sehen Peters Vater nie in der Geschichte, da er von uns gegangen ist, aber die Vorstellung seiner Figur trägt zur Spannung und zum Konflikt bei, als Peter beschließt, dem Garten des Bauern einen Besuch abzustatten. Ebenso sind Peters Schwestern relativ kleine Nebencharaktere – ohne sie würden wir allerdings nicht erkennen, wie gut sich ein junger Hase im Vergleich zu den schlechten Entscheidungen von Peter benehmen kann!

Diese Rollen sind klassische Archetypen, die wir nicht nur in Büchern, sondern auch in unserem eigenen Menschenleben oft sehen. Die meisten von uns, die mit Geschwistern aufgewachsen sind, können sich auf eine Zeit beziehen, in der wir der „Böse“ oder der „Gute“ waren, da dies eine gemeinsame Beziehungsdynamik zwischen Geschwistern oder der Eltern-Kind-Beziehung ist.

Denke daran, dass Dynamik bedeutet, Aktivität, Veränderung oder Fortschritt anzuregen. Die Beobachtung gemeinsamer Beziehungsdynamiken kann sehr hilfreich sein, um herauszufinden, wie die Rolle jedes Charakters das Ende Deiner Geschichte und das allgemeine Wachstum Deines Hauptcharakters beeinflussen wird.

Vermeide Klischees!

Während die Verwendung von allgemeinen Beziehungen zwischen Archetypen-Charakteren hilfreich sein kann, um Rollen und Dynamiken zwischen den Personen in Deinem Buch zu identifizieren, solltest Du versuchen, Charakterklischees während des Schreibens zu vermeiden, wenn möglich!

Zum Beispiel haben viele Märchen eine böse Stiefmutter – eine böse Frau, die die Stieftochter verachtet oder eifersüchtig auf sie ist. Diese Figur ist, wie man sagt, „ausgemelkt“ worden – und wird Deine Geschichte ebenfalls wenig inspirierend erscheinen lassen.

Wenn ein Charakter ein Klischee ist, wird er den Leser wahrscheinlich abschrecken, besonders wenn dieser weiß, dass die Stereotypen in der Regel nicht auf Personen zutreffen.

Um dies zu überwinden, solltest Du versuchen, Deinen Charakter so zu verändern, dass er Verhaltensweisen oder Motivationen hat, die NICHT dem Klischee entsprechen. Vielleicht ist die böse Stiefmutter nicht grausam und narzisstisch, aber stattdessen wird sie als „böse“ angesehen, weil sie zu freundlich, hilfsbereit und anmaßend liebevoll zu einem widerwilligen Stiefkind ist. Spiele mit den Klischees.

Wenn Du mit gängigen Archetypen arbeitest, frage Dich: Was kann ich tun, das eine Wendung bringt? Fällt mir ein Beispiel für dieses Stereotyp ein? Was würde die Person zu einem einzigartigen Individuum machen, das nicht ganz so vorhersehbar ist?

Denke immer daran, Menschen haben Bilder in ihren Köpfen, Stereotypen. Nutze diese aus, verändere sie und überrasche deine Leser!

Danke, dass du mich begleitest.

WillSchreiben

Nächste Woche gibt es Schritt 2!

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